In einer Brandenburger Dorfkirche wurden im Rahmen eines Gutachtens schwere Hausschwammschäden in der Dachkonstruktion festgestellt. Die Zerstörungen an den Dachfüßen führten zu Verformungen im Tragesystem
Nähere Untersuchungen und Befragungen älterer Zeitzeugen bestätigten einen Altbefall, der mehr als 30 Jahre zurück liegt. Vitaltätsprüfungen der Hausschwammmyzelien aus der Mauerkrone verliefen allesamt negativ.
Bei der Sanierung des Dachtragwerkes wurden die geschädigten Holzbauteile ausgetauscht oder gesund geschnitten. Die Gesundschneidung wurde nicht auf 1 m Mindestanforderung gem. DIN 68800¬4 vorgenommen, sondern bis zu Beginn des vollen gesunden Querschnitts. Bereiche mit oberflächlichen Fäuleschäden von < 1 cm Tiefe wurden nicht verworfen. Die Prüfung auf endogene Schäden erfolgte zuvor mittels Bohrwiderstandsmethode.
Alle zu substituierenden Holzbauteile, wie z.B. Deckenbalkenköpfe oder Mauerschwellen wurden Kesseldruck behandelt eingesetzt. Die Mauerkronen wurden zur Sicherheit nur einer Oberflächenbehandlung mit Schwammsperrmittel unterzogen. Die isodiametrischen zweischaligen Feldsteinwände mit Bohrlochinjektionen zu "attackieren" macht keinen Sinn. Hier wird es unmöglich sein eine geschlossene chemische Barriere zu schaffen.
© 2005 by Selmar Petzoldt