
Die grossen Gattungen Rhyssa und Megarhyssa haben sehr auffällige große Vertreter. Sie sind spezialisierte Ektoparasiten von Holzwespen und Bockkäfern. Die bekannteste mitteleuropäische Art ist der Pfeifenräumer (Rhyssa persuasoria L.), der vorwiegend in Nadelwäldern zu finden ist. Der Name rührt von der Form des weiblichen Tieres her. Mit dem überlangen Legebohrer und den typisch angelegten Flügeln ähneln sie einem Pfeifenputzer. Die Weibchen legen ihre Eier in die im Holz lebenden Larven von Holzwespen und Bockkäfern, vorwiegend in Nadelhölzern. Nach Aufspürung eines Wirts, bohren sie mit ihrem haardünnen Legestachel bis zu 6 cm tief durch das Holz, um ein Ei in die Wirtslarve zu platzieren. Das Ei ist in Form und Grösse haardünn und bis zu 2 cm lang! Nicht immer wird das Wirtstier getroffen. In solchen Fällen sucht die geschlüpfte Parasitenlarve den Wirt selbst. Der Legevorgang dauert bis zu 15 Minuten. Der Legeapparat besteht aus dem haarfeinen Bohrer, umhüllt von zwei Schutzklappen. Bei der Wirtsfindung werden die Wespen durch Bohrmehl, Sondierung durch Temperaturdifferenzen gegenüber der Umgebung, teils durch den für die Wirtslarve lebensnotwendigen Pilz geleitet. Der Pilz lebt in Symbiose mit den Holzwespen und ist in Form eines
Die hier abgebildete Holzschlupfwespe wird an Totholz von Laubhölzern beobachtet.

Das suchende Weibchen fliegt herum und spürt die Beute, nach oben genannten Mechanismen auf. Aufgeregt tastet sie mit ihren Antennenspitzen die Holzoberfläche ab (Bild links). Bei Lokalisierung der Wirtslarve, hier betrifft es eine Scheibenbock-Larve sondiert sie die Einstichstelle des Legestachels. Bevor dieser plaziert wird "peilt" sie weiterhin mit den Fühlern die genaue Lage der wirts-Larve an. Nach endgültiger Ortung hebt sie den Hinterleib in Bohrerlänge an und setzt den Bohrer an die für geeignet befunde Stelle. Hierbei lösen sich die 2 Schutzklappen vom Bohrer. Die Fühler heben von der Holzoberfläche ab, sie werden augenblicklich nicht mehr zur "Lagervermessung" gebraucht. Die Schutzklappen spreizen sich vom Bohrer bis zu 180° ab. Nun beginnt unter Druck und Rotationsbewegung das Eindringen des "Legestachels". Im Gegensatz zu R. persuasoria, die nur unter Druck und ohne Rotationsbewegung den Bohrer täuft. Nach der Eiablage wird der Bohrer herausgezogen und der "Legeapparat" mit einer ebenso beschaulichen Körperbewegung mit den Hinterbeinen geordnet und wieder "verpackt". Nach möglicher Eiablage geht die Suche weiter.






Die Larve ernährt sich vom Körpergewebe der Afterraupe, sie überwintert und verpuppt sich im Frühjahr. Im Laufe des Jahres entsteht eine einzige Generation.
Die adulten Weibchen erreichen eine Länge von 18 - 35 mm, mit Legebohrer bis zu 7 cm
in statu nascendi
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© Oktober 2006 by Selmar Petzoldt