Der Echte Hausschwamm - Myzelformen
Erscheinungsbilder im Bauwerk
Mit Hilfe von Myzelsträngen erobert der Echte Hausschwamms Gebäudeareale auf der Suche nach verwertbarem Substrat.
Sie wachsen, ebenso wie die Myzelien stets latent, ausgehend von einem "Nest", einem prädisponierten
Luftmyzel aus undifferenzierten Hyphen, selbst durch kleinste Hohlräume und Spalten hindurch. Mauerritze und -Fugen stellen in der Regel keine Hindernisse dar.
Sie entwickeln sich nur aus Luftmyzel, niemals aus Substratmyzel. Monokaryotische als auch dikaryotischen Myzelien können Stränge bilden (Butler, 1958).
Ein Myzelstrang kann rund oder abgeflacht ausgeformt, bis zu 1 cm breit sein (Göppert, 1885) und
eine Länge von
4 m erreichen (Mez, 1908). Rafalsky (1996, mündl.) beobachtete solche mit bis zu 12 m Länge.
Unter optimalen Wachstumsbedingungen, bei Temperaturen von 18-22°C ist eine täglicher Zuwachs
von 5 mm möglich (Lohwag, 1938).
Es muß betont werden, dass der Hausschwamm morphologisch und physiologisch unterschiedliche Myzeltypen, bedingt durch Umwelteinflüsse, insbesondere Feuchtigkeit entwickelt. Der eine Typ bildet
Myzelstränge aus, der andere nur Fruchtkörper. Die Strangausbildung beginnt schon sehr früh hinter der Myzelfront.
Andernfalls bildet sich ein anfangs schneeweißes, watteartiges Myzelkissen, aus welchem sich nur Fruchtkörper bilden.
Bei fortgeschrittener Etablierung eines Hausschwamms in einem Gebäude wird eine Fruchtkörperbildung auch über Luftmyzel möglich, welches
in letzter Instanz durch Strangmyzel gebildet wurde. Aus den Strängen direkt können sich keine Fruchtkörper entwickeln (Falck, 1912).
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Unterseite eines Dielenbrettes, das mit Myzel vom Echten Hausschwamm bewachsen ist. Destruktion des Holzes war bereits sehr intensiv.
Deutlich erkennbar der große Würfelbruch. Links im Bild, an der Hirnseite des Brettes eine
Myzelfront aus der Myzelstränge hervor gehen. Der einzelne losgelöste (im Bild unten) erreichte ein Länge von 1 m und wies einen Durchmesser
bis zu 6 mm auf.
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Frontmyzel
"Frontmyzel", welches nach hinten in ein dichtes Netz von Myzelsträngen ausläuft.
Falck (1912) beschreibt in einem kontinuierlich wachsenden Myzel drei Entwicklungsstufen von
Myzelsträngen:
- dichtes Netz von dünnen Strängen;
- hier laufen die dünneren zu einzelnen dickeren höherer Ordnung zusammen;
- verbliebene Myzelreste kollabieren und lösen sich auf (siehe folgende Abbildung).
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Myzelstränge zwischen Teerpappenschichten gewachsen.
Sie sind dünn, stark verästelt und gehören somit
zur hinteren Wachstumszone, wo das Myzel kollabiert und sich auflöst. Falck (1912) charakterisiert damit das
3. Entwicklungsstadium der Strangbildung.
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Strangmyzel im MauerwerkMyzelstänge durchwachsen latent das Mauerwerk. Nach Abnahme des Wandputzes werden die Myzelstränge sichtbar. Diese durchwachsen das Fugensystem und "pressen" sich zwischen Putz und Stein.
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Ausbildung eines wattigen Myzelpolsters an einer Kellerwand.
Lüftungslöcher des feuchten Kellers waren verstopft worden.
Hohe Luftfeuchtigkeit, Dunkelheit und fehlende Luftbewegung ermöglichen derartige
Myzelausbildungen. Oberfläche des Polsters wird bereits durch Schimmelpilze parasitiert, was bereits durch die
farbliche Ausbildungen kenntlich wird.
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Ausbildung von wattigem Myzelpolstern im Unterdielenboden. Lagerhözer auf Stampflehm. Verbleibende Hobelspäne - eine fatale Unachtsamkeit bzw. holzschutztechnische Unwissenheit! Damit ist eine Hausschwamminfektion vorprogrammiert.
Lagerhölzer wurden mit Holzschutzmitteln behandelt (Einbringverfahren war nicht mehr ermittelbar, Wirkstoff und -Gehalt wurde nicht analysiert). Sicher ist, dass zu wenig Wirkstoff eingebracht wurde, denn der Hausschwamm überwächst ohne Hemmung die Holzoberfläche.
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