Die Festigkeit des Holzes wird von seiner Holzstruktur bestimmt. Mit der Verteilung der Jahrringbreiten über den Stammquerschnitt lässt sich bereits die Rohdichte "abwägen".
Holzanatomisch sind bei Nadelhölzern die großen Jahrringbreiten im Kernbereich entwickelt und werden gegen den Rand hin enger. Mit engeren Jahrringbreiten korelliert eine höhere Holzfestigkeit!
Um Festigkeiten in den entsprechenden Sortierklassen zu garantieren, werden deshalb in der DIN 4074 maximal zulässige Jahrringbreiten vorgegeben.
Tragende und aussteifende Hölzer sind in der Regel nach S 10 und bei sehr hohen zu erwartenden Beanspruchungen nach S 13 auszuwählen. In diesen beiden Sortierklassen dürfen die Jahrringbreiten folgende Werte nicht überschreiten:
Nadelholz eignet sich auf Grund der Festigkeitsverteilung über den Querschnitt besonders als Biegeträger, eine Eigenschaft, die unsere Altvordern schon auszunutzen wußten. Zur Beachtung - Druckholz weist über den Stammquerschnitt einseitig verengte Jahrringe auf und täuscht mit lokaler Rohdichteerhöhung höhere Festigkeitswerte vor. Bei neuem Holz ist Druckholz eine starke Qualitätsminderung - weil mit Abtrocknung eines betroffenen Bauteils im Konstruktionsverband Verformungen mit zerstörerischer Kraft die Folge sein können.
Bei Eiche (Trauben-, Stieleiche) bedingen die holzanatomischen Eigenschaften, daß enge Jahrringe eine geringere Rohdichte aufweisen als breitere. Im Gegensatz zum Nadelholz weist damit der Kernbereich eine höhere Rohdichte aus, als der Rand . Diese Feststellung von Rinn (1992) kann auf Grund vieler eigener Messungen mittels Bohrwiderstandsmethode bestätigt werden.
Die Jahrringbreite ist nach DIN 52 181 zu bestimmen. Im Holzstapel kein Problem. Anders sieht es dagegen im verbauten Holz aus. Das Hirnholz, wo man die Jahrringbreiten erfassen könnte ist selten zugänglich. Mit Hilfe eines Bohrkerns oder vorzugsweise mit der Bohrwiderstandmethode (BWM), weil zerstörungsfrei, kann die Verteilung der Jahrringe bestimmt werden.
© 2005 by Selmar Petzoldt