Holzschutzmittelsyndrom Startseite

 

Ermittlung von Altlasten

DDT, PCP, Lindan die häufigsten Altlasten in Wohngebäuden


Altlasten im Holz

Verteilung von PCP, DDT und Lindan in Deutschland

Die Stiftung Warentest stellte im Ergebnis einer Studie (2000) einen signifikanten Verteilungsunterschied zwischen Ost und West fest!

Eigenschaften dieser chlororganischen Wirkstoffe

Bei den HSM-Wirkstoffen handelt es sich um chlororganische Verbindungen, die als Gift gegen Insekten (Lindan, DDT) und Pilze (PCP) eingesetzt wurden. DDT-behandelte Hölzer können nadelförmige, kristalline Ausblühungen von DDT aufweisen, die Rauhreif ähneln. Diese Gefahrstoffe sind gering wasserlöslich, gering flüchtig und lagern sich bevorzugt an Feststoffen und Stäuben an. Bei höheren Umgebungstemperaturen (z.B. in den Sommermonaten) steigt ihr Ausgasungsvermögen, wodurch mit einem höheren Anteil gasförmiger Bestandteile in der Umgebungsluft zu rechnen ist. Kritische Aufnahmewege sind das Einatmen und Verschlucken von belasteten Stäuben und die Aufnahme über die Haut. Sie reichern sich im Fettgewebe an und werden nur sehr langsam vom Körper abgebaut.


PCP-Molekül

Steckbrief - PCP

Bakannte Bezeichnungen: (Pentachlorphenol)
C6Cl5-OH
PentaChloroPhenol

Anwendung

Bis zum Jahre 1989 wurde ein Lindan-PCP-Gemisch (1:10) als fungizides Holzschutzmittel eingesetzt.
In der Landwirtschaft fand PCP als Kontaktherbizid gegen annuelle Unkräuter Anwendung.

Durch lange Halbwertzeit in den behandelten Hölzern wird es zum Altlastproblem in den Gebäuden.

Die eigentliche Gefahr besteht durch Abdampfung aus Primärquellen, verbunden mit einer hohen Bindungsrate an Raumoberflächen (Staub, Möbel, Gardinen, Teppiche etc.)

 

Ursächliche Beschwerden und Befindlichkeiten

Personen die längere Zeit einem PCP verseuchtem Umfeld ausgesetzt waren, erkrankten und litten an einem sog. Holzschutzmittelsyndrom

In den letzten Jahren häuften sich Berichte über "chronische Holzschutzmittelvergiftungen" bei PCP-Exposition im häuslichen Bereich. Die Beschwerden lassen sich als unspezifisches "Erschöpfungs- und Ermüdungssyndrom" zusammenfassen:
Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Leistungs- Konzentrationsschwäche, Muskelschwäche, Nerven- und Kopfschmerzen, Hautauschläge und Haarausfall.

Eine PCP-Quelle im Innenraum ist vorhanden, wenn folgende Werte gemessen werden:

nach Aplikation: 5 - 25 µg/m³
Alter Hausstaub: > 5 mg/kg
Frischer Hausstaub (1 Woche): > 1 mg/kg
Lindan: > 1 µg/m³

Messung von PCP-Gehalten nach ...

Sanierungsvorschriften

Nach PCP-Richtlinie, in: Mitteilungen des deutschen Instituts für Bautechnik DIBt 2 (1997) S. 6-15.
Länderbaurecht in Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein


Steckbrief - DDT

 

DDT:
4,4'-dichlorodiphenyl-1,1,1-trichloroethane
CCl3-CH(C6H4-4-Cl)2
1,1'-(2,2,2-trichloroethylidene)bis[(4-chloro)benzene]

DDT-Molekül

 

Hylotox 59

Produkt- und Merkblatt von Hylotox 59

Produkt-, Beipackbroschüre zum Insektizid Hylotox 59 aus "Alten Zeiten". In dieser wird ein effektive Bekämpfung von Holz zerstörenden Insekten in Möbeln, Inneneinrichtungen, bis zum Schutz des Dachgebälks garantiert - Dank DDT (Dichlor-diphenyl-trichlorethan)!!!
Auch Holz schützende Laien haben seinerzeit so manchen Liter Holzschutzmittel in das Eigenheim getragen - Ost- wie Westbürger.
In 2000 ergaben signifikante Stichprobentests im Rahmen einer Leseraktion der Stiftung Warentest interessante Ergebnisse:
1500 Holzschutzmittel kontaminierte Holzproben wurden von Bürgern zwecks Untersuchung zugesandt. Auffällig wurde ein klarer Ost-West-Unterschied. Im Westen der Republik belasten am häufigsten das Krebs erregende PCP (Pentachlorphenol) und Lindan die Innenraumluft. In den östlichen Bundesländern fanden sich vor allem Spuren von DDT (Dichlor-diphenyl-trichlorethan) in den untersuchten Holzspänen. Letzteres stammt vom Einsatz des DDR-Holzschutzmittels Hylotox 59
Nach der politischen Wende kam die Mähr auf: In den Neuen Bundesländern sei zu DDR-Zeiten ohne Umweltbewußtsein, in hohem Maße Holzschutz betrieben worden. In den westlichen Bundesländern war das Angebot an Holzschutzmitteln vielseitiger, auch der Laie war hier nicht weniger "sprühfreudig" als der Ostbürger. So manches Holzhaus wurde unbewohnbar, Dank dem Übermaß an PCP!! Auch in so manchem öffentlichen Gebäude, wie Schulen, Kirchen, ticken noch heute "PCP- oder DDT-Bomben" im Dachgebälk! Professioneller Rat und professionelle Sanierung sind angeraten!

DDT - Ausblühungen

DDT-Kristalle an Holzoberfläche eines Balkens

So sieht ein Übermaß an Hylotox-Eintrag aus. In den 60-iger und 70-iger Jahren muss es einen Wahn in Punkto Holzschutz gegeben haben. Von eifrigen Laien einer aktiven Kirchgemeinde wurde in guter Absicht der barocke Dachstuhl einer Kirche verseucht. Eine vermeintlich "nützliche" Investition wurde zur Altlast.
Nach Applikation einer, weit über Empfehlung hinausgehenden Menge an Hylotox bildeten sich derartig ausgeprägte DDT-Kristalle nach Verdampfung des organischen Lösemittels an Oberflächen der behandelten Holzbalken aus. (siehe Bild rechts)

Seither war im Dachraum kein Insektenleben mehr möglich. Nur wenige Menschen sind sich bewußt, dass Dachböden Verstecke von Nutzinsekten sind. Hier fanden Myriaden von Florfliegen (Chrysopa carnea) bereits bei Eintritt in den Dachraum schnell den Tod. Im Herbst suchen diese Nutzinsekten ihr Winterquartier auf. Alte Dachböden sind willkommene Winterverstecke. Andererseits werden auch unkontaminierte Dachräume im Frühjahr zur tödlichen Falle von Nutzinsekten, die leider an den geschlossenen Dachfenstern verenden, weil sie einfach keinen Ausflug finden.

An alle Umweltfreunde!

Besitzer von Häusern mit Kaltdächern, nicht ausgebauten Dachböden, öffnet im Frühjahr die Dachfenster, allein das ist eine gute ökologische Tat zum Schutz von Nutzinsekten.


 

Eigenschaften von DDT, Lindan, PCP

(Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin)

Lindan DDT PCP

"Nervengift"

H: Gefahr durch Aufnahme über die Haut.

"Nervengift"

H: Gefahr durch Aufnahme über die Haut.

K3: Eine krebserzeugende Wirkung wird vermutet.

H: Gefahr durch Aufnahme über die Haut.

K2: Kann Krebs erzeugen.

M3: Eine Erbgut verändernde Wirkung wird vermutet.

RE2: Kann das Kind im Mutterleib schädigen.

akute Wirkung / Toxizität
Übererregbarkeit, Zittern, Kopfschmerzen, Krämpfe, später Hautveränderungen Gleichgewichtsstörungen, Verwirrtheit, Schwindel, Krämpfe, später Hautveränderungen starke Schweißausbrüche, hohes Fieber, Übelkeit, Bauchschmerzen
chronische Wirkung / Toxizität
Leberschäden möglich, Speicherfähigkeit im Fettgewebe Leberschäden möglich, Speicherfähigkeit im Fettgewebe Haut- und
Schleimhautreizung,
leichter Schweißausbruch,
leichter Temperaturanstieg,
Appetitlosigkeit,
allg. Leistungsminderung,
Leber- und Nierenschäden,
kann Krebs erzeugen

 

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