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Schimmelpilze in Gebäuden

Penicillium glabrum - Conidiophoren

Die intramurale Schimmelpilzflora in den gemäßigten und subtropischen Breiten unserer Erde ist weitestgehend bekannt. Nach Samson et al. (2000),  Pitt & Hocking (1997)  besteht allgemein eine große Ähnlichkeit mit der Flora auf Lebens- und Futtermitteln.

Schimmelpilze gehören zu den häufigsten und kritischsten Innenraumschadstoffen der heutigen Zeit. Sicher ist, dass Schimmelpilze schwere Krankheiten wie Krebs, Immunsupressionen, Nervenleiden, Atemwegs-, Hauterkrankungen, Migräne etc. verursachen können.

 

Hauptfaktor Feuchtigkeit als Ursache der Schimmelbildung

Neben der normalen uns ständig begleitenden latenten Schimmelpilzflora entwickeln sich bei überhöhter Feuchtigkeit Problemkeime, die unserer Gesundheit zusetzen. Hauptursachen von Nässe und überhöhter Feuchtigkeit sind in erster Linie Dachschäden, Leckagen an den Versorgungsleitungen, aufsteigende Feuchtigkeit. Probleme mit der Sorptions- und Kondensationsfeuchte sind seit der Einführung komplizierter Bau- und Dämmsysteme auf Grund der Wärmeschutzverordnung in Deutschland verschärft zum Thema geworden.

Nach  Rahn (1998)  sind die Schimmepilzkalamitäten verursacht durch:

Nährstoffe

Durchfeuchtetes organisches Material dient als Nährboden und wird besiedelt und zersetzt. Als anfällige, bioverfügbare Baumaterialen kommen eine große Palette Zellulose haltiger Baustoffe, Holz und Holzwerkstoffe, Jute, Tapeten und vor allem als "Problemkind" der modernen Trockenbauweise - Gipskarton in Frage.

Intramurale Schimmelpilzflora

Die häufigsten intramuralen Schimmelpilzgattungen unserer Breiten, in Gebäuden mit Feuchteproblematik sind nach Angaben von  (Suzanne Gravesen  et. al., 1999) Penicillium (68%), Aspergillus (56%),  Chaetomium (22%), Ulocladium (21%), Stachybotrys (19%) und Cladosporium (15%). Die häufigsten Arten sind wiederum  Penicillium chrysogenumAspergillus versicolor und Stachybotrys chartarum. Diese Forschungsdaten decken sich im Trend mit den eigenen, aus mehr als einem Jahrzent gemachten Beobachtungen.

Pilze mit hoher Indikation für Feuchteschäden

(nach Arbeitskreis "Qualitätssicherung – Schimmelpilze in Innenräumen" am Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg 14.12.2001)

Trichoderma pseudokoningii, M 1000x

Pilzspezies (-gattung) mit Indikatorfunktion

  1. Acremonium spp.
  2. Aspergillus penicillioides
  3. Aspergillus restrictus
  4. Aspergillus versicolor
  5. Chaetomium spp.
  6. Phialophora spp.
  7. Scopulariopsis brevicaulis
  8. Scopulariopsis fusca
  9. Stachybotrys chartarum
  10. Tritirachium (Engyodontium) album
  11. Trichoderma spp.

Steckbriefe häufiger und relevanter Indoor-Schimmelpilzarten

Relevante Arten sollen hier näher vorgestellt werden:

Stachybotrys chartarum (Ehrenberg ex Link) Hughes

Scopulariopsis brevicaulis (Sacc.) Bainier

Liste wird fortgesetzt!

Literatur

Kristian Fog Nielsen (2002): "Mould growth on building materials. Secondary metabolites, mycotoxins and biomarkers." The Mycology Group, Biocentrum-DTU,Technical University of Denmark

Belastung der Arbeitnehmer bei Schimmelpilzsanierungsarbeiten in Innenräumen - Literaturstudie von Dott, W., R. Thißen, Th. Müller, G.A. Wiesmüller, G. Fischer, Institut für Hygiene und Umweltmedizin Medizinische Fakultät der RWTH Aachen Universitätsklinikum Pauwelsstr. 30 D-52057 Aachen, vom 10.05.2004 (AZ 612.17TB12 AK Gebäudesanierung)

Schimmelpilze in Archiven und Bibliotheken

Schimmelpilze stellen nicht nur ein Problem in Wohnräumen dar. Die Berufsgruppe der Bibliothekare, Archivare und Restauratoren etc. haben mit Schimmelpilzen seit jeher große Probleme. Eine Problematik, die auch jüngst stärker in das Bewußtsein rückte. Genannte Berufsgruppen leiden nicht selten unter den typischen berufsbedingten Allergien, die durch einen jahrelangen Umgang mit "verstaubten" Büchern und Materialien provoziert werden. Alte Bücher, die Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte in Magazinen schlummerten oder gar Kirchenorgeln sind potenzielle Schimmelpilzquellen.

Stockflecken auf Buchrücken An Buchrücken werden Stockflecken und am Papier die oft langjährigen, latenten mikrobischen Einflüsse am ehesten durch gelbe und braune Fleckenbildungen deutlich! Alte Buchmagazine oder gar Kirchen waren nicht klimatisiert. Deshalb finden hier trockenresistente oder xerophile Schimmelpilze genannt, im Wechsel der Jahreszeiten und unter raumklimatischen Wechselbedingungen an kurzweilig feuchten Oberflächen nicht selten günstige Entwicklungsbedingungen.

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© 2005 by Selmar Petzoldt