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Holz-Sortierung nach DIN 4074

Beurteilung historischer Holzkonstruktionen

Einführung

Für den Erhalt von historischen Holzkonstruktionen bei angemessener nutzungsabhängiger Sanierung, bedarf es einer realistischen statischen Bewertung. Hierfür ist die Annahme eines statisch sinnvollen und möglichen Systems von Bedeutung. Um die Berechnungen nicht ad absurdum zu führen sind verläßliche Daten zu den relevanten Bauteilen und zu ihrem "Zusammenspiel" im System notwendig. Das heißt, um Standsicherheit des Tragsystems nachweisen zu können, müssen folgende Kriterien bekannt sein:

Maßgebliche Sortiermerkmale nach DIN 4074

Die Problematik der normgerechten Sortierung

Leider wird die visuelle Sortierung des alten, verbauten Holzes zumeist unvollständig durchgeführt oder gar nicht in dem Maße gewollt. In praxi wird vom Planer lapidar ein Holzschutzgutachten gefordert, das lediglich die Schädigungen durch Pilze oder Insekten und durch Überlastungen aufzuzeigen hat.

Es ist riskant wenn unter Annahme der zulässigen Spannungen gemäß o.g. DIN 1052 eine gewagte Sortierung nur nach "tragfähig" oder "nicht tragfähig" vorgenommen wird. Es kann alles gut gehen, aber die wirtschaftlichen Aspekte sind herauszustellen, worüber der Bauherr aufgeklärt werden sollte!

  1. Das nicht Bekanntsein latenter Schäden oder gar wachstumsbedingter Anomalien kann zu Folgeschäden nach der Sanierung führen!

  2. Andererseits werden Bauteile unnötig verstärkt und unnötige Sicherheiten geschaffen!

 

Nach Ehlbeck et al. (1999) gibt es folgende Gründe warum in praxi leider so verfahren wird:

Unter Ausnutzung neuer effizienter Untersuchungsmethoden, wie der Bohrwiderstandsmethode, sollte es unter wirtschaftlichen und denkmalpflegerischen Gesichtspunkten das Ziel sein die Festigkeit eines Bauteils im Denkmal zu bestimmen und dessen Eignung im Zusammenspiel der Kräfte kritisch und realistisch zu bewerten:

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Welche Faktoren bestimmen die Festigkeit eines Holzbauteiles?

  1. Holzstruktur des fehlerfreien Holzes, die sich hauptsächlich über Rohdichte und visuell über  Jahrringbreiten  beschreiben läßt!

  2. Die Holzfehler gem. DIN 4074 (s.o. Aufzählung nach Sortiermerkmalen)

Fazit:

Hohe Holzfestigkeit wird durch hohe Rohdichte und einem Minimum an Holzfehlern bestimmt.

 

Müssen alle Hölzer im Tragsystem den Anforderungen nach DIN 4074 entsprechen?

Bei Kenntnis zum statischen System ist es nicht unbedingt erforderlich, dass alle Bauteile die höchsten Festigkeitswerte haben müssen. Bauteile die geringfügig beansprucht werden, wie z.B. Riegel in Fachwerkkonstruktionen sind nach Ehlbeck et al. (1999) Güteanforderungen denkbar, die unterhalb der Forderungen der DIN 4074 liegen.

Wichtig ist, daß hochbeanspruchte Teile zu erkennen und entsprechend zu klassifizieren sind!

Eine visuelle Prüfung nach Gucken-Klopfen reicht erfahrungsgemäß nicht immer aus. Es geht sogar soweit, daß nach Erfahrungen mit Bohrwiderstand, "gesund" klingendes Holz bis zu 50% im Querschnitt geschädigt war und andererseits bei Holz mit "schlechter" Akustik ein Verdacht auf relevante Schädigungen nicht bestätigt werden konnte. Diese Erfahrungen sind bei hoch dimensionierten Hölzern unter hoher Belastung nicht selten, insbesondere bei der Holzart Eiche (Trauben-, Stieleiche) zu machen.

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Gibt es Unterschiede in der Festigkeit zwischen altem und neuem Konstruktionsholz?

Landläufig wird unter Fachleuten die Meinung vertreten, daß altes Konstruktionsholz grundsätzlich, je nach Alter, eine geringere Festigkeit aufweist und bei statischen Berechnungen automatisch ein Abminderung eingerechnet werden muß. Nach Untersuchungen von Ehlbecket al. (1999);Schulz et al. (1984); Rug&Seemann (1989 a,b) und von Walthelm (1988) besteht kein systematischer Unterschied in Holzstruktur und Festigkeit zwischen altem und neuem fehlerfreien Holz. Geprüft wurden Werkstoffeigenschaften (Abhängigkeit der Druckfestigkeit von der Rohdichte, Druck-, Biege-, Scherfestigkeit, Schlagbiegefestigkeit) bei 100 bis 500 Jahre altem Konstruktionsholz.

Brundin (1981) stellte in Versuchen fest, daß die Abhängigkeit der Festigkeit vom Elastizitätsmodul für altes und neues Holz vergleichbar ist. Jedoch, bei Nadelholz fand er Tendenzen, wonach altes Holz systematisch unter Werten für neues Holz liegt, was durch Insekten- und Pilzbefall in den Randbereichen, insbesondere bei Balken mit Festigkeiten unter 20 N/mm² zusammenhängt. Gleichzeitig konnte an dem alten Holz eine im Mittel deutlich niedrigere Rohdichte ermittelt werden, was die tendenziell niedrigeren Werte seiner Auswertungen unterstützt.

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Literatur


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