Der interessante und attraktive Pilz kommt auf liegendem modrigem Laubholz vor, vornehmlich Eichen- und Buchenholz. Hinweise auf sein Vorkommen liefert grün verfärbtes Holz. Fruchtkörper findet man seltener. Die kleinen, bis zu 5 mm grossen becherartigen Fruchtkörper (Apothecien) sind oft nur dem Kenner und dem aufmerksamen Beobachter zugänglich. Häufiger findet man nur das grün verfärbte Holz. Entwickelte Fruchtkörper kommen in ihrer ganzen Schönheit nur bei hoher Feuchtigkeit zur Geltung. Bei trockenem Wetter schrumpfen sie förmlich auf das Unsichtbare zusammen.



Pilz-Fund:
Dr. Karl-Uwe Heußner
(Deutsches Archäologisches Institut, Natwiss. Ref. Dendrochronologie,
Im Dol 2-6, D- 14195 Berlin)
Ort: Petershagen bei Berlin
Der Pilz selbst kann für Gaumenfreuden, schon auf Grund seiner geringen Größe kaum Bedeutung erlangen. Er greift das Holz an, in dem er eine schwache Weißfäule erzeugt. Hierbei lagert er einen grünen Farbstoff in den Holzstrahlparanchymzellen ab. Auf Grund dieser Erscheinung spricht man auch von einer "Grünfäule". Gerade dieses grünfaule Holz erlangte in der Zeit der Renaissance, in der Blüte der Ebenisten (Kunsttischler) einen praktischen Nutzen. Das vom Pilz verfärbte Holz, insbesondere Pappelholz, wurde für Intarsienarbeiten verwendet (Blanchette et al. 1992, H. Michaelsen, A. Unger, Ch.-H. Fischer, 1992). Der Farbstoff ist im Holz sehr lichtbeständig, wie zahlreiche erhaltene Arbeiten aus der Zeit belegen.
in statu nascendi
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